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04
2017

Emsland SCHWARZ/WEISS - Gerhard Kromschröder stellt aus

Mehr als eine nostalgische Bilderchronik – Extra: Lese- und Erzählabend

Sögel. - Die Ausstellung „EMSLAND SCHWARZ/WEISS“ vom Journalisten und Fotografen Gerhard Kromschröder wird am 3. Mai um 19:30 Uhr im Sögeler Rathaus, dem Ludmillenhof, eröffnet. Interessierte sind dazu herzlich eingeladen. Die Ausstellung wurde bisher zweimal gezeigt. Im Jahr 2005 im Schloss Clemenswerth und im Jahr 2010 in Papenburg in der Galerie im Forum Alte Werft.  

Vor fünfzig Jahren machte Gerhard Kromschröder sich mit seiner Kamera auf dem Weg, das Emsland in seinen unterschiedlichen Facetten in Schwarz-Weiß-Fotografien festzuhalten. Am Rand Eines Bildes steht ein geschirrtes Pferd, im Hintergrund, leicht verschwommen, naht der große Mähdrescher – Unterschrift: Die Begegnung. Nur eine der eindringlichen Fotografien in der 57 Bilder umfassenden Ausstellung. Vereinzelt schieben sich Zeichen der Veränderung in den Blick: der bedrohlich scheinende Schiffsrumpf vor den Arbeitern, das Staunen über neuartige Landmaschinen, die erste Ampel. Diese spannungsgeladenen Aufeinandertreffen machen einen Teil der Anziehung der graphisch strengen Schwarzweiß-Kompositionen aus. In den sechziger Jahren sammelte der junge Reporter aus Frankfurt erste Erfahrungen bei den Redaktionen der Lokalzeitungen in Lingen und Papenburg – und entwickelte seine ganz eigene Art der Bildsprache. »Foto: Kromschröder«, seither ein Markenzeichen.

„Bilder, die vor 50 Jahren im Emsland von einem mittlerweile deutschlandweit bekannten Journalisten aufgenommen wurden, im Ludmillenhof zeigen zu dürfen, ist schon eine wahre Freude. Die Aufnahmen werden uns eine Zeitreise bescheren und uns tagtäglich die Entwicklung im Emsland vor Augen führen.“, freut sich Ausstellungsleiterin Ingrid Cloppenburg. Dass Kromschröder dabei mit durchaus kritischem Blick durch die Linse der Kamera  geschaut hat, sieht sie als Herausforderung für den Betrachter an. „Einen Blick durch die rosarote Brille können wir von Kromschröder nicht erwarten. Dafür aber tiefgründige und berührende Bilder.“ 

Hermann Vinke wird in die Ausstellung einführen. Vinke, langjähriger ARD-Auslandskorrespondent und Buchautor, der als Rheder Junge seine Wurzeln im Emsland hat, war damals zusammen mit Kromschröder bei der Ems-Zeitung tätig. 1967 wechselte Kromschröder allerdings zu der politisch-satirischen Zeitschrift "Pardon" nach Frankfurt, ab 1979 war er als Redakteur und Reporter beim "Stern", für den er später als Nahost-Korrespondent nach Kairo ging. Kromschröder lebt heute als freier Autor und Fotograf in Hamburg. Mit Günter Wallraff zusammen entwickelte er die Methode der Undercover-Recherche. So mischte sich Kromschröder unerkannt unter Neonazis, lebte eine Zeit lang als türkischer Arbeiter oder führte getarnt Test-Aktionen durch, um PR-Behauptungen auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen.

Ebenso interessant dürfte aber der Lese- und Erzählabend unter dem Titel „Ansichten und Einsichten zwischen Papenburg und Bagdad“ am Freitag um 20 Uhr im Rathaus werden, verspricht Cloppenburg. Kromschröder wird aus seinem Buch „Ach, der Journalismus – Glanz und Elend eines Berufsstandes“ vorlesen und u.a. über seine Erfahrungen als Kriegsreporter berichten. Hier ist eine Anmeldung erforderlich (mail: cloppenburg@soegel.de, Tel.: 05952/2060).