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09
10
2017

Hümmling Hospital Sögel: Althusmann sichert Unterstützung zu Bürokratieabbau für Ärzte und Pfleger eingefordert

Sögel. - Für die ärztliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger auf dem Hümmling ist das Hünmlinghospital unverzichtbar. Diese Kernaussage machte die Leitung des Hümmling Hospitals Sögel gegenüber ihren Gästen, den politischen Vertretern der CDU deutlich.

CDU-Landtagsspitzenkandidat Bernd Althusmann zeigte sich im Gespräch mit Gitta Connemann (MdB), Jens Gieseke (MdEP), Bernd Busemann (MdL), Sigrid Kraujuttis (Landkreis Emsland) und Günter Wigbers (Samtgemeinde Sögel) überzeugt von diesem Statement. Sie haben sich während des Besuches gemeinsam mit Vertretern des CDU-Ortsverbandes einen Überblick über die Situation des Hümmling-Hospitals verschaffen können.

Hermann Bröring als Mitglied der Gesellschafterversammlung, Hauptgeschäftsführer Ansgar Veer und Krankenhausleiter Thomas Kock  informierten zu Beginn des Gespräches über das Leistungsspektrum des Hümmling Hospitals. Sie stellten die einzelnen Fachabteilungen vor und berichteten über die jüngsten Entwicklungen im Hospital. Abgeschlossen sind laut Kock bereits die Modernisierungen der Gynäkologie, der Radiologie sowie der Empfangshalle. In Sögel werden nach seinen Angaben pro Jahr 8300 Menschen stationär versorgt. Ambulant kümmern sich die 450 Mitarbeiter des Hospitals in der Hümmlinggemeinde jährlich um rund 52.000 Patienten. Veer: „In den letzten zehn Jahren verzeichnen wir einen Zuwachs an Patienten um 60 Prozent.“ Das Hospital gehöre dem Verbund der Lingener St.-Bonifatius-Gesellschaft an. Die Gesellschaft ist Träger des Krankenhausverbundes, dem außer dem Hümmling Hospital und dem St.-Bonifatius-Hospital das Marien-Hospital in Papenburg sowie das Borromäus-Hospital (Leer) angehören.

Veer und  Kock berichteten, dass die Stellschrauben im finanziellen Abrechnungsverfahren zu eng gesetzt seien. Zudem fordere eine überbordende Bürokratie ihren Tribut: "Die Mediziner und Pfleger brauchen mehr Zeit für den Patienten und sollten bei ihrer Dokumentationspflicht entlastet werden." Eigentlich sei der Beruf des Pflegers ein toller Beruf. „Es ist eine schöne Aufgabe, Menschen in Krankheitssituationen helfen zu können und sie bei ihrer Genesung zu unterstützen.“ Dafür müsse  vielmehr geworben werden. Eine leistungsgerechte Bezahlung sei ebenso wichtig.

Althusmann sagte, dass die CDU-Landtagsfraktion sich den Problemen widmen werde. Zum einen sicherte er zu, mit den Vertretern der Kassen einen gerechteren Landesbasisfallwert im Abrechnungswesen auszuhandeln; den Hospitälern in Niedersachsen stünde eine Anpassung an denen anderer Bundesländer seiner Meinung nach zu. Zum anderen wolle er dafür sorgen, dass aus dem geplanten erhöhten Budget für die Digitalisierung ein nicht unerheblicher Anteil in die Infrastruktur der Hospitäler fließt. "Damit sind Sie dann auch für die Zukunft gewappnet, die immer mehr Telemedizin und eine digitale Vernetzung unter den Fachärzten bedarf." Dieses bestätigte Veer. Hier sehe er ebenfalls einen großen Handlungsbedarf.

Eine Landarztquote könne nach Meinung von Gitta Connemann dafür sorgen, dem chronischen Ärztemangel Abhilfe zu schaffen. "Eine Bereitstellung von Studienplätzen ohne NC ist dringend erforderlich. Wir können uns schließlich keine Ärzte schnitzen."

Wigbers warb angesichts der vielen weiblichen Medizinstudenten für das Modellprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung, Hausärzten im Anstellungsverhältnis in kommunalen medizinischen Versorgungszentrum eine Chance zu bieten. "Auch dadurch können wir Ärzte an unsere Region binden." Zudem berichtete er über die enormen Gelder, die die Gemeinde und Samtgemeinde Sögel dem Hümmlinghospital in den vergangenen Jahren für Sanierungen und Neuanschaffungen zukommen lassen habe. „Mehr als 3 Mio Euro haben wir in die Hand genommen. Dafür mussten wir Kredite aufnehmen. Das kann kein Dauerzustand bleiben!“