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03
2017

„Weißer Riese“ muss neuem Verladebahnhof in Sögel weichen

SPD kritisiert Standortwahl

Sögel. - Was passiert mit dem „Weißen Riesen“ in Sögel? Der Wahrzeichen im Süden der Hümmlinggemeinde muss dem neuen Verladebahnhof weichen. Für den SPD-Ortsverein nicht nachvollziehbar. 

„Der Weiße Riese ist seit Generationen ein bekannter Treffpunkt von Jugendlichen“, so Fraktionsvorsitzender Anno Immenga. Während einer Begehung vor Ort informierten sich einige Mitglieder des Ortsverbandes über den Standort, an dem der neue Verladebahnhof entstehen soll. In einer Mitteilung äußern sich die Sozialdemokraten skeptisch, was die Sinnhaftigkeit der Reaktivierung der Hümmlingbahn betrifft. „Mangels belastbarer Informationen ist uns noch nicht klar, ob die Ertüchtigung der Bahnstrecke überhaupt sinnvoll ist. Jedoch ist für den Fall der Belebung der Strecke, die Schaffung einer Verladestation folgerichtig.“ so Immenga.

„Ärger ist vorprogrammiert“

Nicht nachvollziehbar erscheint der SPD aber die Wahl des Standortes, da man sich in unmittelbarer Nähe zu vorhandener Bebauung und zum neuen Baugebiet „Am Schloßpark“ befinde. „Direkt angrenzend an die hier geplante Baustelle könnte mittelfristig ein weiterer Siedlungsbau zu erwarten sein. Da ist durch Lärm- und Staubimmissionen durch die Verladearbeiten Ärger regelrecht vorprogrammiert“, begründet der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Frank Klaß die ablehnende Haltung.

Die SPD schlägt vor, Überlegungen für einen alternativen Standort der Verladestation anzustellen. „Warum nicht den vorhandenen Bahnhof in Sögel herrichten?“ Auch ein Ausbau des vorhandenen Areals in Waldhöfe wäre nach Ansicht der Sozialdemokraten denkbar.

Zwölf Tonnen schwerer Findling

Gemeindedirektor Günter Wigbers ist überrascht vom Vorstoß der SPD. „Dass der weiße Riese ein bekannter Treffpunkt von Jugendlichen sein soll, ist mir neu.“ Der Platz sei bereits seit dem Bau der Umgehungsstraße nicht mehr zugänglich. Gemeinsam mit den Anliegern, die sich laut Wigbers bisher um die Pflege des zwölf Tonnen schweren Wahrzeichens gekümmert hätten, habe Bürgermeisterin Irmgard Welling (CDU) bereits einen guten Alternativstandort gefunden. „Die dortige Nachbarschaft möchte sich um die Pflege dieses markanten Steines, der in der Straße Bocksfelde sein neues Zuhause finden soll, auch weiterhin kümmern“, so Wigbers.

Keine Wohngebiete in der Nähe

Zudem stellt er auf Anfrage unserer Redaktion klar, dass die Pläne, an dieser Stelle einen Güterverladebahnhof zu bauen, nicht von der Gemeindeverwaltung, sondern von der Emsländischen Eisenbahn GmbH stammen. „Diese Pläne finden die klare mehrheitliche Unterstützung des emsländischen Kreistages, des Samtgemeinderates sowie des Gemeinderates Sögel.“

Auch gebe es nach Worten des Gemeindedirektors in unmittelbarer Nähe keine Wohngebiete und diese seien auf absehbarer Zeit dort auch nicht geplant. Andere Alternativstandorte für einen neuen Verladebahnhof sind laut Wigbers geprüft, aber verworfen worden.

Sanierte Bahnstrecke sichert Wettbewerbsfähigkeit

Abschließend stellt Wigbers die Bedeutung der Reaktivierung der Bahnstrecke heraus. „Wir sind für die Sanierung der Strecke und den Bau von Verladeinfrastruktur sehr dankbar.“ Mit der Sicherung der Infrastruktur gelänge es, die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Unternehmen zu sichern und zu fördern. Wie der Gemeindedirektor weiter ausführt, führe die Gemeindeverwaltung aktuell erfolgversprechende Verhandlungen zur Ansiedlung von mindestens einem neuen Unternehmen am geplanten Güterbahnhof. Auch andere ortsansässige Unternehmen wollen laut Wigbers den Verkehrsträger Bahn künftig verstärkt nutzen und damit Güter von der Straße auf die Schiene verlagern.

 

Vor Ort informierten sich die Sögeler Sozialdemokraten über den „Weißen Riesen“. Das zwölf Tonnen schwere Wahrzeichen befindet sich im Süden der Hümmlinggemeinde. Foto: SPD Sögel,

Text: Ems-Zeitung