Wappen
18
03
2019

Bürgerversammlung in Spahnharrenstätte fand breites Echo

Ausbau der Kreisstraße und Immissionsbelastung waren Thema

Spahnharrenstätte. -  Auf große Resonanz in der Bevölkerung stieß die vom Gemeinderat Spahnharrenstätte anberaumte Bürgerversammlung Anfang des Monats im Lüns Hus. Mehr als 150 Gäste fanden im großen Saal Platz.

Reinhard Timpker, Bürgermeister der Gemeinde Spahnharrenstätte, nutzte den Abend, um die Bürger über verschiedene aktuelle Punkte aus der Ratsarbeit zu informieren. So berichtete er, dass die Haushaltslage der Gemeinde als sehr stabil zu bezeichnen sei. In diesem Jahr können daher mehrere Maßnahmen durchgeführt werden.

Dieses geschehe selbstverständlich mit Augenmerk auf eine sparsame Haushaltsführung, so Timpker. Mit einem Anteil von ca. 450.000 Euro seitens der Gemeinde Spahnharrenstätte werde die Sanierung der Kreisstraße 124 (Hauptstraße) vom Landkreis Emsland mit einem Kostenvolumen von geplanten 2,25 Mio Euro durchgeführt. In dieser Maßnahme inbegriffen sei die Fahrbahnerneuerung, die Sanierung der Regen- und Schmutzwasserkanalisation, die Erneuerung der Straßenbeleuchtung und der Ausbau des Rad- und Gehweges.

Des Weiteren sei der Ankauf von Grundstücken notwendig. Dieses zum einen, um Tauschflächen für den Erwerb von landwirtschaftlichen Flächen vorhalten zu können und dem Kauf von künftigen Bauland. Damit wolle der Rat eine Innenverdichtung der Ortsmitte erreichen. Ebenso sei die Erschließung des Baugebietes „Erweiterung Tickelbusch“ vorgesehen. Der Ausbau des „Alten Harrenstätter Weges“ wird mit 70.000 Euro veranschlagt, so Timpker. Hierzu werden Fördermittel vom Land in Höhe von 42.000 € erwartet.

Um Spekulationen im Dorf über die Bebauungsplanung im Ort zu versachlichen, erklärte Josef Gößling, Fachbereichsleiter Bauwesen der Samtgemeinde Sögel, die Vorgaben, Gesetze und Richtlinien, die zu berücksichtigen sind um Bau- und Gewerbegebiete zu erschließen. „Aufgrund vieler gesetzlicher Vorgaben für Planungen und Gutachten sind Erschließungszeiten von mindestens  2 - 3 Jahren einzukalkulieren.“ Timpker bemerkte zu diesem Thema, dass das Emsland eine Veredelungsregion sei und legte die Nutztierzahlen der Gemeinde Spahnharrenstätte eine große Bedeutung habe. So halten die Landwirte in Spahnharrenstätte mit Stand vom November 2018 beispielsweise im Bereich Hähnchenmast ca. 800.000 Masthähnchen x 7,2/pro Jahr = ca. 5,6 Mio. Masthähnchen pro Jahr. „Es herrscht ein hoher Immissionsdruck, der sich zwangsläufig in den Immissionsgutachten niederschlägt. Für das geplante Wohnbaugebiet hinter dem Sportgelände sind die Immissionen somit kritisch zu bewerten. Hier wird versucht durch eine 6 Monate dauernde "Rasterbegehung" (Geruchsbegehung) doch eine Reduktion der Messergebnisse zu erreichen“, erklärte Timpker die sehr aufwändige Prozedur zur Findung von geeigneten Bau- und Gewerbeflächen.

Stellvertretender Bürgermeister Wilfried Meyer erläuterte indes die Zeitschiene zum Ausbau der Hauptstraße K 124. Mit dem Beginn der Bauarbeiten werde im Sommer 2019 gerechnet. Der Abschluss der Baumaßnahmen sei für Ende 2020 vorgesehen. Als geplante verkehrsberuhigende Maßnahmen stellte er die Installation einer Dunkelampelanlage bei der Grundschule vor, die Geschwindigkeitsbegrenzung am Schulweg und in der Allee in der Ortsmitte (jetzige 70er Zone), Geschwindigkeitsmessanlage Ortseingänge und ein Geschwindigkeits-Dialog-Display.

Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers berichtete über den Stand des Bestattungswaldes. Er teilte mit, dass die Jagdgenossenschaft Spahnharrenstätte vor dem Oberverwaltungsgericht Niedersachsen in Lüneburg einen Widerspruch gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtes in Osnabrück eingelegt hat, da das Verwaltungsgericht gegen die Jagdgenossenschaft entschieden hat. Die beiden weiteren Klagen wurden ebenfalls negativ beschieden. Gegen diese Urteile wurde kein Widerspruch eingelegt.

Weitere Punkte wie der innerörtliche Straßen- und Wegebau, Sanierung und Unterschutzstellung des Brinks, Bepflanzung von Wegeseitenrändern mit insgesamt 530 Laub – und Obstbäumen sowie der Breitbandausbau und die Einrichtung eines WL-Hotspot in der Dorfmitte wurden von Timpker thematisiert.

Bildunterschrift: Großes Interesse fand die Informationsveranstaltung der Gemeinde Spahnharrenstätte im Lüns Hus.