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05
2020

Künstler erstellen Kunstwerk für den Palliativdienst des Hümmling Hospitals Sögel - Erstmalige Präsentation im Ludmillenhof

Sögel. - Das 10-jährige Bestehen des ambulanten Palliativdienstes der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft Lingen, angegliedert am Hümmling Hospital Sögel, sollte in diesem Frühjahr groß gefeiert werden. Lambert Hackmann, Rudi Lohmann, Michael Horstmann und Günter Schnorrenberg erhielten aus diesem Anlass den Auftrag, ein Palliativ- und Hospizkunstwerk für den Eingangsbereich des Hümmling Hospitals Sögel zu schaffen.

Dieses Künstlerteam hat sich bereits durch mehrfache Aktionen einen Namen gemacht, zuletzt durch die Schaffung der Kreuzanlage im Bestattungswald „Spahner Südholz“.

Nicht nur die Jubiläumfeierlichkeiten mussten aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie abgesagt werden, auch der vorgesehene Platz im Eingangsfoyer des Hümmlinghospitals wird derzeit für die Besucherlenkung benötigt. „Gerne kamen wir der Bitte des Hümmling Hospitals nach, dieses ausdrucksstarke Kunstwerk bei uns im Ludmillenhof zu präsentieren“, sagte Günter Wigbers, Bürgermeister der Samtgemeinde Sögel, während einer kleinen Ausstellungseröffnung, die  unter Einhaltung der notwendigen Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen stattfand. „Es gefällt uns so gut, dass wir noch gar nicht wissen, ob wir es wieder hergeben möchten“, fügte er scherzhaft hinzu.

„Tatsächlich haben sich die Künstler im Verlauf der fast einjährigen Schaffenszeit richtig ins Zeug gelegt und ein Kunstwerk geschaffen, welches so aussagekräftig ist, dass es mich tief berührt.  Dieses mit einer Nachhaltigkeit, die mich immer wieder in Ehrfurcht vor dem Werk versinken lässt. Es passt wunderbar zu allem, was mit unserer Arbeit zu tun hat“, sprach Ilona Konken, Koordinatorin des Palliativstützpunktes Nördliches Emsland, in gefühlvoller Weise ihre Anerkennung für das Kunstwerk aus. Auch Thomas Kock, stellv. Geschäftsführer des Hümmlinghospitals, zeigte sich ergriffen. „Hier sind alle Aspekte, die mit dem Thema Hospiz und Palliativmedizin zu tun haben, berücksichtigt. Es ist selbsterklärend und macht unser Thema ganz deutlich klar.“ Es lasse sich nach seinen Worten hervorragend dafür instrumentalisieren, um die Palliativversorgung in den Fokus des Hümmling Hospitals zu rücken. Denn der Palliativversorgung werde künftig ein eigener Fachbereich im Haus gewidmet. „Damit setzen wir ein klares Bekenntnis für das Sögeler Hümmling Hospital“.

Das viel Herzblut der Kunstschaffenden in dem Kunstwerk steckt, machten die Künstler in einer Ansprache selbst deutlich. So sagte Rudi Lohmann, dass es durchaus zu Diskussionen untereinander und sogar Reibereien bei der Entscheidungsfindung zur weiteren Gestaltung kam, aber am Ende immer ein einvernehmlicher Konsens gefunden wurde. „Gerade diese Gespräche über die inhaltliche Umsetzung waren wertvoll, um dieses Werk so schaffen zu können, wie es jetzt vor uns steht“. Wichtig sei allen gewesen, dass der schwererkrankte Günter Schnorrenberg das Werk gedanklich und inhaltlich bereichert habe und insbesondere das tiefere Verständnis zu den Themen „Hospiz - Palliativbetreuung“ geschaffen habe. 

Zum Kunstwerk selbst: Die verwendeten Steinstelen zeigen die Einzigartigkeit eines jedes Menschen. Sie sind unterschiedlich gewachsen und geformt. Die Bruchsteine auf dem Boden symbolisieren die schweren Zeiten des Lebens. Aus einer Spirale heraus erwächst ein Löwenzahn, der sich zur Pusteblume entwickelt. Kleine Flugschirme schwirren durch die Luft und versprühen Leichtigkeit und Hoffnung. Eingearbeitete Hände symbolisieren die palliative Arbeit. Sie stützen das Leben, sie geleiten es, begleiten den schwerkranken Menschen. Die Uhr an der einen Hand zeigt, dass die Zeit läuft und abläuft. Ein bunter großer schillernder Schmetterling ist ein Symbol der Hoffnung, der Verwandlung und des neuen Lebens. Die Rückwand gilt als Lebensstütze. An ihr sind durch Lichtausschnitte die Worte „Glaube, Liebe und Hoffnung“ sichtbar.