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07
01
2020

Sögel jetzt auch offiziell Fairtrade-Town

Siegel und Urkunde wurde beim Neujahrsempfang überreicht

Sögel. - Der Gemeinde Sögel wurde während des Neujahrsempfangs im Heimathaus das Prädikat „Fairtrade-Town“ verliehen. Urkunde und Siegel, zunächst für zwei Jahre,  überreichte der Ehrenbotschafter des Vereins Transfair,  Manfred Holz, im Beisein zahlreicher Gäste an Bürgermeisterin Irmgard Welling. 

Diana Schmitz, Sprecherin der Steuerungsgruppe, beschrieb den Weg von der ersten Idee bis zur Auszeichnung. Im Nachgang zu einem aus ihrer Sicht bewegenden Vortrag von Kinderarbeitsexperten Benjamin Pütter im Februar 2015 am Hümmling Gymnasium überzeugte er die Schule und auch die Gemeinde von der Wichtigkeit, sich an der Kampagne „Fairtrade School und Fairtrade-Town“ zu beteiligen, um aktiv etwas gegen Kinderarbeit zu unternehmen. „Wir waren von der Idee überzeugt und schlossen uns als Steuerungsgruppe zusammen. Nach Grundsatzbeschluss durch den Gemeinderat Sögel mussten wir Geschäfte, gastronomische Betriebe, Schulen und Kindergärten dafür gewinnen.“ Mit großem Eifer habe sich die Steuerungsgruppe, zu der neben Schmitz auch Claudia Grote, Karsta Roscher, Claudia Lübs und Irmgard Welling gehören, dafür eingesetzt, die Voraussetzungen für die Auszeichnung als Fairtrade-Town zu erfüllen.

 Welling bedankte sich bei allen beteiligten anwesenden Akteuren, die das Vorhaben unterstützt haben mit einer Rose und einer Auszeichnung. Dazu zählten die beiden Kirchengemeinden ebenso wie zahlreiche örtliche Händler und Vertreter von öffentlichen Institutionen.

Manfred Holz informierte in seiner Laudatio, dass In weiten Teilen Deutschlands das Fairtrade-Siegel als vertrauenswürdig angesehen werde. Leider stehe dem ein geringer Marktanteil gegenüber. Dennoch werde ein Gesamtumsatz von mindestens 1,5 Mrd. Euro angepeilt. Inzwischen böten so gut wie alle Läden in Deutschland Fairtrade-Produkte an. Für den persönlichen täglichen Einkauf empfahl er die mit Fairtrade ausgezeichneten Landwirte, Fischer, Fleischer und Bäcker. „Mit dem Kauf von Fairtrade-Produkten geben Sie keine Almosen, sondern leisten einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen und bekämpfen somit aktiv eine der Fluchtursachen.“

Er bezeichnete als fairen Handel auch ein faires Miteinander in der hiesigen Landwirtschaft und den Produzenten. Vor diesem Hintergrund sah er auch die Flüchtlingskrise, hervorgerufen aufgrund schlechter Lebensgrundlagen. Fairer Handel lebe vom Handeln, von der Verpflichtung einen konkreten Beitrag gegen die Armut zu leisten. „Wenn auf der Welt so viel geteilt würde wie bei Facebook, gäbe es keine Armut!“

„Heute ist ein besonderer Tag für Sögel. Wir haben die Auszeichnung Fairtrade-Town bekommen“, zeigte sich Welling sichtbar stolz und dankbar, für die jahrelangen Bemühungen der Steuerungsgruppe und der jetzigen Auszeichnung.  Sie hob aber auch hervor, dass der Grundstein für fairen Handel in Sögel bereits vor 30 Jahren durch den Eine-Welt-Laden in Sögel gelegt wurde.

Foto/Text: SG Sögel, Cloppenburg