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GEMEINDE SÖGEL
Übergabe der Patenschaft für den Lern- und Erinnerungsort
Sögel. Am ehemaligen Bahnhof in Sögel fand eine feierliche Zeremonie statt, bei der im Mittelpunkt die Übergabe der Patenschaft für den Lern- und Erinnerungsort von der Schule am Schloss an das Hümmling-Gymnasium stand. Die Veranstaltung diente dazu, der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken und das Bewusstsein für die Bedeutung von Erinnerungskultur zu schärfen. Ursprünglich war die Übergabe der Patenschaft für den Lern- und Erinnerungsort für den 27. Januar 2026, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, geplant gewesen. Aufgrund des Sturmes und der damit verbundenen Absage der Veranstaltung an diesem Tag wurde diese nun am 7. Mai nachgeholt.
Schulleiterin Maria Lau (Oberschule Sögel) und auch Gemeindedirektor Frank Klaß erinnerte an Millionen Menschen, die im Holocaust verfolgt und ermordet wurden – auch aus Sögel. „Diese Gedenkstätte mahnt uns: Hass und Ausgrenzung dürfen nie wieder zur Normalität werden. Erinnerung ist Verantwortung – heute und in Zukunft.“ Als Schulen und auch als Gemeinde Sögel wolle man junge Menschen stärken, hinzusehen und Haltung zu zeigen – gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit. Unterricht und Projekte, auch Besuche von Gedenkstätten würden dabei helfen. „Möge dieser Ort uns anhalten, die Würde jedes Menschen zu achten und unsere Demokratie zu schützen. Erinnern heißt handeln – nicht nur heute, sondern auch am 8. Mai, dem Ende des Zweiten Weltkriegs, gemeinsam mit vielen Schulen im Netzwerk.“ Einen Dank richteten sie auch an das Forum Sögel, das sich für dieses Denkmal verantwortlich zeichnet.
Die beeindruckende Gedenkrede eines Schülers stellte den Bezug zur Gegenwart in den Vordergrund: Aus der Geschichte erwächst die Verantwortung, jeder Form von Diskriminierung und Ungerechtigkeit entgegenzutreten. Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust mahnt, wie gefährlich Hass, Vorurteile und Intoleranz für ein friedliches Zusammenleben sind.
Zugleich wurde die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur hervorgehoben: Die Erfahrungen der Überlebenden und ihrer Nachfahren sollen bewahrt werden, damit die Lehren der Geschichte nicht in Vergessenheit geraten. Schülerinnen und Schüler wurden ermutigt, sich für eine gerechtere und menschlichere Gesellschaft einzusetzen.
Zum Abschluss legten Schülerinnen und Schüler der Schule am Schloss und des Hümmling-Gymnasiums Rosen an den Stelen der jüdischen Familien nieder und stellten Lichter an der Namenstafel auf. Frank Klaß verlas die Namen der betroffenen Sögeler Familien. Danach erfolgte die symbolische Übergabe eines Koffers an das Hümmling-Gymnasium.
Die Veranstaltung endete mit dem Aufruf, aktiv Verantwortung zu übernehmen und ein sichtbares Zeichen für Toleranz, Respekt und Menschlichkeit zu setzen.

